FAQ

Was passiert im Projekt „Wasserleben“?

Im Projekt „Wasserleben“ können Kinder und Jugendliche aus neun vorpädagogischen und pädagogischen Einrichtungen unterschiedliche Zugänge zur wissenschaftlichen Untersuchung und dem Experimentieren mit Wasser erleben. Gemeinsam mit ForscherInnen wird die Wasserqualität von Mond- und Attersee mittels Wimpertierchen und Plattwürmern als Bioindikatoren untersucht. In Exkursionen und bei der Entwicklung von hands-on Wasserexperimenten mit Wirtschaftspartnern werden Kinder zwischen 5 und 14 Jahren altersgerecht an Technik, Wissenschaft und Forschung herangeführt. Die Umsetzung eines Videofilms und einer Forschungsplattform mit Lernspiel und Forschungsblog soll die SchülerInnen aktiv einbinden und den Umgang mit sauberem Wasser in anderen Ländern thematisieren.

Was sind Wimpertierchen?

Wimpertierchen oder Ciliaten sind mit freiem Auge nicht sichtbar. Erst unter dem Mikroskop können wir die, mit Wimpern umkränzten, Einzeller im Wasser beobachten. Es gibt viele verschiedene Wimpertierarten, die auch unterschiedliche Ansprüche an ihren Lebensraum im See haben.
Wimpertierchen haben eine wichtige Funktion im See, weil sie zur Reinhaltung von Gewässern beitragen können und vielen Planktonorganismen und Jungfischen als Futter dienen.

Was sind Plattwürmer?

Plattwürmer haben einen stark abgeflachten Körper und leben an der Unterseite von Steinen im Bach oder am Seeufer. Plattwürmer sind sehr klein und können gut unter einem Binokular oder Mikroskop beobachtet werden. Viele in Bächen vorkommende Formen bevorzugen sauberes Wasser und zeigen mit ihrem Vorkommen die gute Wasserqualität an. Viele Plattwürmer haben eine hohe Regenerationsfähigkeit und können aus zwei abgeschnürten Hälften zwei neue Individuen bilden.

Warum werden im Projekt Wimpertierchen und Plattwürmer untersucht?

Der ökologische Zustand von Seen, der seit 2006 nach EU-Richtlinien regelmäßig kontrolliert wird, hat sich in den letzten Jahren für den Mondsee verschlechtert. Wimpertierchen (Ciliaten) und Plattwürmer können als sogenannte „Bioindikatoren“ zur Untersuchung der Wasserqualität dienen. Bioindikatoren sind Zeigerarten, die besonders sensibel auf bestimmte Veränderungen in ihrem Lebensraum reagieren. Verschwinden diese Zeigerarten aus dem See, dann kann man Rückschlüsse auf bestimmte Umweltveränderungen ziehen (z.B. Verschmutzung, Temperaturänderung).

Wie ist es um die Wasserqualität von Flüssen und Seen in Österreich bestellt?

Flüsse und Seen können durch chemische Schadstoffe, organische Substanzen oder Nährstoffe belastet sein. Chemische Schadstoffe spielen in Österreich nur in wenigen Fällen eine Rolle. Über 97 % der Fließgewässer erreichen die chemischen Qualitätsziele. Organische bzw. Nährstoffbelastungen, vor allem Stickstoff und Phosphor, sind noch bei 19 % der Flüsse festzustellen. Dies zeigt sich in den Untersuchungsergebnissen bei Algen, Wasserpflanzen und wirbellosen Kleintieren am Gewässerboden. Die Belastungen stammen überwiegend aus der land- und forstwirtschaftlichen Bodennutzung. Sie werden von den Böden in die Flüsse geschwemmt oder gelangen zuerst ins Grundwasser und von dort in die Flüsse. Wie stark die Belastung ist, hängt von der Art und Intensität der Bodennutzung, der Bodenart und der Niederschlagsmenge ab. Solche Probleme bestehen noch in den intensiv genutzten und gleichzeitig niederschlagsarmen Gebieten im Norden und Osten Österreichs, im alpinen Raum sind sie selten.

Die insgesamt 62 Seen Österreichs mit einer Fläche größer als 50 ha haben hinsichtlich der Wasserqualität einen sehr guten bzw. guten ökologischen Zustand und einen guten chemischen Zustand. Während sich zu Beginn der 1970er Jahre in mehreren österreichischen Seen erhöhte Nährstoffbelastungen bemerkbar gemacht hatten, hat sich die Wasserqualität aufgrund der Sanierungsmaßnahmen (z.B. Ringkanalisationen) im letzten Jahrzehnt nachhaltig gebessert. 19 der 62 Seen sind künstlich entstanden und dienen hauptsächlich der Energiegewinnung, z.B. Hochgebirgsspeicher. Die 62 größten Seen Österreichs zeigen gute Werte hinsichtlich Ökologie und Chemie. (aus: Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (2009). Aktiv für unser Wasser – Lebende Flüsse, saubere Seen, pp.32).

Wie kann man den guten Zustand von Flüssen und Seen in Österreich wieder herstellen?

Österreich setzt mit den Maßnahmen aus der Wasserrahmenrichtlinie sein Engagement für seine Gewässer fort. Als Leitlinie gilt, dass die nachhaltige Nutzung und Bewirtschaftung der Gewässer unter Abwägung möglichst aller Interessen und der Sicherstellung von intakten Gewässerlebensräumen erfolgen soll. Als Teil der Gewässerbewirtschaftungspläne und auf Grundlage der Ist-Bestandsanalyse und der Gewässerüberwachung werden Maßnahmenprogramme erlassen. Die Maßnahmen sollen kosteneffizient sein und auch Maßnahmenkombinationen vorschlagen. Die Programme geben Auskunft über die geplante Umsetzung (Gebote, Verbote und Anreize), die stufenweise Zielerreichung sowie über den voraussichtlichen Kostenrahmen. Prinzipiell gilt, dass bis 2015 die Sanierungen erfolgt sein sollen. Aufgrund der hohen Anzahl an notwendigen Sanierungen können aber nicht alle Maßnahmen zeitgleich umgesetzt werden. Daher gibt es bei der Sanierung eine Maßnahmenreihung: besonders sensiblen Gewässern wird im ersten Planungszyklus der Vorrang gegeben. Wenn aus technisch-organisatorischen und finanziellen Gründen nicht alle Umweltziele bis 2015 erreicht werden können, besteht nach Begründung die Möglichkeit der stufenweisen Zielerreichung bis 2021 bzw. 2027. Bei der Erstellung dieses Plans ist zu berücksichtigen, dass der Mensch seit Jahrhunderten Gewässer genutzt und die Landschaft gestaltet hat. So wurden durch Regulierung landwirtschaftlich nutzbare Flächen und Siedlungsraum gewonnen, und schon lange wird die Wasserkraft der Flüsse genützt. Für diese Nutzungen waren und sind Maßnahmen an unseren Gewässern notwendig, die zwangsläufig die natürlichen Eigenschaften der Flüsse, Seen und des Grundwassers verändern. Die Auswirkungen, die aus den Nutzungen der Gewässer resultieren, sind in vielen Fällen nicht mehr oder nur zum Teil rückgängig zu machen. Solche „erheblich veränderte“ Gewässer sind in Österreich vor allem Fließgewässer, deren Wasser für die Energieproduktion genutzt wird oder an denen Maßnahmen für den Hochwasserschutz gesetzt wurden. Für diese Gewässer gilt nicht der „gute Zustand“, sondern das „gute ökologische Potential“ als alternatives Umweltziel.
In Österreich gibt es drei zentrale Herausforderungen, für die in den nächsten Jahren Maßnahmen ergriffen werden sollen:

  1. Verbesserung der Gewässerstrukturen an Fließgewässern
    Ursachen für Eingriffe in die Gewässerstruktur bzw. die Abflussverhältnisse sind in erster Linie Hochwasserschutz und Wasserkraftnutzung.
  1. Schutz der Oberflächengewässer vor Nährstoffeintrag
    Bedingt durch die Anstrengungen der Abwasserreinigung in den letzten Jahrzehnten gibt es hier nur mehr wenige Probleme. Belastungen mit Nährstoffen gibt es nur regional, jene mit organischer Verschmutzung nur vereinzelt in niederschlagsarmen Regionen.
  1. Schutz des Grundwassers als Trinkwasservorrat
    Ursache für erhöhte Nitratwerte bei vier von 136 Grundwasserkörpern ist in den meisten Fällen eine intensive landwirtschaftliche Bodennutzung auf Standorten mit seichten Böden bzw. geringem Niederschlag. Maßnahmen zum Grundwasserschutz bewirken immer auch eine Verminderung von Nährstoffbelastung in jenen Fließgewässern, die mit dem Grundwasser verbunden sind. (aus: Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (2009). Aktiv für unser Wasser – Lebende Flüsse, saubere Seen, pp.32).

Was ist ein Kooperationszuschuss?

Ein Kooperationszuschuss ist eine Pauschalförderung an PädagogInnen in der Höhe von EUR 1.000,-, die es Kindern und Jugendlichen ermöglichen soll, sich im Rahmen des Unterrichts mit spannenden Themen in Naturwissenschaft und Technik zu beschäftigen und selbst in die Rolle von ForscherInnen zu schlüpfen. Jedem Kindergarten, jeder Schule in ganz Österreich ist es dadurch möglich, Unterrichtsprojekte durchzuführen, für die keine Mittel in der eigenen Einrichtung zur Verfügung stehen. Im Projekt „Wasserleben“ können 10 Kooperationszuschüsse beantragt werden, mehrere Anträge liegen bereits vor. AntragstellerIn und BezieherIn ist immer der/die PädagogIn als Person, nicht die Bildungs-einrichtung.
PädagogInnen, die an einer der folgenden (vor-)schulischen Bildungseinrichtungen in Österreich tätig sind:

  • Kindergarten
  • Primarstufe: Volksschule
  • Sekundarstufe I: HS/NMS/Kooperative Mittelschule, AHS Unterstufe
  • Sekundarstufe II: AHS Oberstufe, Berufsbildende mittlere und höhere Schule, Polytechnische Schule

www.ffg.at/talente-regional/kooperationszuschuss

Wie kann man einen Kooperationszuschuss beantragen?

Kooperationszuschüsse sind Teil der Förderung Talente regional. Zentrale Ansprechpersonen für einen Kooperationszuschuss ist daher die Projektleitung (Dr. S. Wanzenböck, Forschungsinstitut für Limnologie, Mondsee). Alle Anträge werden gesammelt und geprüft, ob sie den Förderrichtlinien entsprechen.
Aktuell können Sie Kooperationszuschüsse bei folgenden geförderten Talente regional Projekten beantragen:

  • 3. Ausschreibung Talente regional
  • 4. Ausschreibung Talente regional

Das Vorhaben, für das der Kooperationszuschuss verwendet werden soll, muss inhaltlich zum Thema des jeweiligen Talente regional-Projekt passen.

Hat das Projekt „Wasserleben“ von der FFG etwas mit den Praktika für SchülerInnen zu tun?

Nein, die 4-wöchigen SchülerInnenpraktika, sind eine unabhängige Förderleistung der FFG. Details dazu können unter https://www.ffg.at/praktika abgerufen werden. Das Forschungsinstitut für Limnologie, Mondsee, bietet jedes Jahr in den Sommerferien bis zu 4 SchülerInnen – je nach Möglichkeit – einen Praktikumsplatz in den unterschiedlichen Forschungsgruppen. Für Anfragen kontaktieren Sie bitte sabine.wanzenboeck@uibk.ac.at
Autoren: SW, ME

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